Vertrauen
- ein neuer Frühling
Es
begab sich vor einer langen Zeit, als auf den schneebedeckten Hügel in einem
Land weit fern von hier ein Wesen wart geboren.
Seine
Haut was weiß wie der Schnei in dem es lag, sein Haar glänzte in der Farbe der
Sonne, in seinen leuchtenden Augen spiegelte sich der Himmel und aus seinen Rücken
wuchsen zwei Schwingen die schimmerten als seinen sie gemacht aus schwarzer
Seide.
An
jedem Tag flogen die
Eltern des Wesen über die Hügel hinunter ins Tal und jedes Mal folgte
es ihnen mit seinen Blicken und mit jedem Tag wuchs seine Neugier was wohl
hinter den Hügel liegen mochte.
Es
kam der Tag an dem es seine Eltern begleiten solle...sanft rieb der Wind unter
seinen Schwingen, er fühlte sich so leicht so losgelöst.
und
unter sich sah er die Hügel und dann das Tal dahinter.
Seltsame
Dinge fanden sich in dem Tal - bunte Höhlen die aus dem Boden zu wachsen
schienen und die Wesen - die hatten keine Schwingen. "Das - sind
Menschen", sprach seine Mutter.
"Menschen",
dachte er - noch nicht wissend das sich dieses Wort bald für immer in seine
Erinnerungen brennen würde.
"Halte
dich fern von den Menschen", sprach sein Vater "sie führen nie etwas
gutes im Schilde!"
"Aber
sie sehen ganz friedlich aus"...."Der Schein trügt mein Sohn...traue
keinem Menschen!
Die
Jahre vergingen und aus dem kleinen geflügelten Wesen wurde ein junger Mann und
mit den Jahren schenkten ihm seine Eltern immer weniger Aufmerksamkeit. Er was
Einsam und immer wenn der über das Tal flog sah er auf die Menschen. Er hörte
ihr Lachen, sah wie zusammen spielten und redeten und er beneidete sie.
Gequält
und zerfressen von Einsamkeit hielt er es nicht mehr aus und flog ins Tal hinab.
Zum ersten Mal berührten seine Füße den weichen Boden, das Gras umspielte
seine Knöchel. Noch nie hatte er die Mensch von so nahe gesehen. Sie waren
emsig und schienen die ganze Zeit zu reden. Ihre Stimmen drangen auf ihn ein.
Ein Gewirr von Klängen drang in seinen Kopf, so das ihm schwindelig wurde.
Er
besann sich und starrte auf ihre Leiber, auf ihre Rücken die für ihn so leer
waren. Sie erschienen ihm so klein und zierlich obwohl sie nicht kleiner
schienen als er selbst. Aber sie bewegten sie so flink und nicht so erhaben wie
die seinesgleichen. Ohne es selbst zu merken ging er immer dichter heran, so
dich das er eine der seltsamen Höhlen genau betrachten konnte. Es wiegte den
Kopf von der einen auf die andere Seite, so etwas seltsames hatte er noch nie
gesehen. Plötzlich durchfuhr ihn ein schrecklicher Schrei. „Da! Seht! Was ist
das?“ Eine Traube von Menschen sammelte sich um ihn. Sie starrten ihn an, es
was als würden ihre Blicke in gänzlich durchdringen. Sie stupsten mit ihren Stöcken
nach ihm und er kroch immer weiter in eine Ecke bis er mit dem Rücken an der
Wand saß. Einer der Menschen kam auf ihn zu, er lächelte und streckte seine
Hand nach ihm aus. Die Hand berührte sein Gesicht, sie was warm und weich.
Langsam kroch er aus seiner Ecke und richtete sich auf und sie Menschen wichen
etwas zurück.
Er
mochte wie sie ihn ansahen, die Bewunderung seiner Schönheit, das Funkeln in
ihren Augen wenn sie ihn ansahen und so lächelte er zurück........
Doch
die Menschen hassten ihn weil er anders was, weil er etwas hatte was sie nicht
hatten. Deshalb nahmen sie ihm alles was sie nie bekommen würden. Sie schändeten
seinen Körper, zertraten seinen Schwingen und quälten seine Seele bis das
leuchten in seinen Augen erlosch. Dann jagten sie ihn fort. Hetzten ihn bis sie
an eine tiefe Schlucht kamen. Dorthinein stießen sie ihn. Seine gebrochenen
Schwingen trugen ihn nicht mehr und so viel er und viel haltlos in die Tiefe.
Hinein ins unendliche Dunkel. Bis sein Körper dumpf auf dem Boden aufschlug.
Unendlicher Schmerz durchfuhr ihn. Nie wieder würde er das Licht sehen, nie
wieder würde er die Wärme der Sonne führen wenn ihre Strahlen seine Haut berühren.
Nie wieder würde er sehen wie ein neuer Tag geboren wird. Für ihn würde es
immer Nacht sein, eine unendliche kalte Nacht. Eine dunkle Nacht ohne die
leuchtenden Sterne denen er so gerne zu sah und ohne den lächelnden Mond der
ihn seinen Weg erhellte. Von nun am würde er in Kälte leben und er fühlte wie
das Eis der Einsamkeit in seine Seele drang. Für ihn was nun immer Winter.
Es
vergingen viele Jahre, kein Mensch erinnerte sich mehr an jenes Geflügelte
Wesen. Kinderlachen schallte über das Land und die Mensch lachten denn der Frühling
was zurückgekehrt. Überall erblühten die herrlichsten Blumen. Das Gras was
wie ein grünes Meer und die Sonne wärmte die Erde mit ihren Strahlen.
Einige
junge Menschenfrauen waren ausgezogen um einige der schönen Blumen zu pflücken.
Sie lachten und liefen springend über das Land. Sie schwärmten in alle
Richtungen. Eine der Menschenfrauen trat an jene Schlucht heran, ein kalter
Windhauch ließ sie in ihrem dünnen Kleid frieren. Neugierig warf sie einen
Blick in die Tiefen der Schlucht, nichts als Dunkel schien ihr entgegen. Doch
halt - da was etwas, sie schaute noch mal, wieder dunkel. Doch da was es wieder,
ein funkeln, ein leichtes blitzen in einer Farbe so wunderschön wie sie ihre
Augen noch nie erblickt hatten. Sie starrte in die tiefe, bis sie dem Darg nicht
länger nachgeben konnte. Sie steckte sich die Blumen ins Haar und begann
hinabzuklettern. Immer Tiefer, zitternd vor Kälte. Immer ihren Blick auf das
Funkeln gerichtet, doch es schien nicht näher zu kommen. Immer tiefer kletterte
sie, hin und wieder bang aufschauend wie das letzte Licht an der Kante der
Felsen verschwand.
Endlich
was der Boden erreicht, ihr zittern was so stark das sie sich kaum bewegen
konnte. Überall lag Schnee und Eis, so als sei hier seit einer Ewigkeit Winter.
Und so sehr sie auch suchte, sie fand keine Stelle die nicht von Eis und Schnee
bedeckt was. Nach einer Weile besann sie sich, das Funkeln, sie musste es
finden. Ihr Blick schweifte durch die Schlucht. Nichts. Doch! In der dunkelsten
Ecke erblickte sie es. Vorsichtig schritt sie über den Schnee. Sie fühlte ihr
Herz rasen, jeder musste es hören können. Noch drei Schritte, noch zwei, noch
einen......ihr Blick erstarrte und ihr Herz blieb beinahe stehen. Dort lag es -
ihr Funkeln. Schwach und zertreten am Boden. Fast so kalt wie das Eis. Ein
Wesen, jämmerlich in sich zusammengekauert. Es blickte sie an, seine Augen
waren leer - tot „Geh! Geh Menschenkind, lass mir meine Einsamkeit! Ich habe
nichts mehr das du mir nehmen kannst. Geh!. Tränen flossen aus ihren Augen,
langsam streckte sie ihm eine Hand entgegen. Gebannt starrte er auf die Hand und
weicht zitternd zurück „Lass mich in Frieden Menschenkind! Hast du mir nicht
schon genug Leid zugefügt? Was habe ich dir getan Menschenkind? Warum hasst du
mich nur weil ich anders bin? Menschenkind - Warum hast du mir alles genommen?
Gern hätte ich mit dir geteilt. Menschenkind, nie hätte ich dir ein Leid zu
gefugt. Warum bist du so grausam - Menschenkind?
Ganz
weiß vor Kälte blickte sie ihn noch immer an, noch immer fließen ihre Tränen
und sie beginnt zu schluchzen. „Du empfindest Trauer - Menschenkind? Du
empfindest Schmerz? „Ja, ich empfinde Leid“, „Es tut dir Leid -
Menschenkind?“, „Nein, ich habe Mitleid. Warum gibst du mir die Schuld?
Warum sagst du, trage ich die Schuld an dem was meine Brüder und Schwestern
taten? Ich habe dir nie ein Leid zugefugt? Warum denkst du so schlecht von
mir?“
„Weil
du ein Mensch bist - Menschenkind! Weil es Menschen waren die mich quälten!
Menschen sind Menschen weil sie gierig sein, weil sie neiden, weil sie Hass
empfinden! Das sind die Eigenschaften die nur der Menschen eigen sind -
Menschenkind!“ Unwürdig senkt sie ihren Blick, „Ja du hast Recht, ich bin
ein Menschenkind, doch habe ich mir meine Eltern nicht ausgesucht. Du strafst
mich weil das Schicksal so für mich wählte?“ Langsam lässt er seinen Blick
über sie schweifen, „Ich habe dich bewundert, Menschenkind und , ja, ich habe
dich beneidet. Beneidet um deine schönen bunten Höhlen, beneidet darum, dass
du nie einsam bist, weil du immer deinesgleichen um dich hast!“, „Und doch
bin ich einsam, einsam weil sie mich nicht verstehen. Siehst du denn nicht das
Menschenkind nicht gleich Menschenkind ist?“, beginnt bitterlich zu weinen,
„Du bist kalt fremdes Wesen, dein Herz ist voller Hass! Du bist blind, deine
Augen sind tot! Bist du stolz darauf DAS zu sein?“, zeigt mit dem Finger auf
ihn. Er schaute betroffen zur Seite, erhaschte aber für einen kurzen Augenblick
die Blumen in ihrem Haar. Er öffnete den Mund und starrte auf ihr Haupt. Sie
wich zurück. „Warte Menschenkind, bitte lass es mich sehen. Bitte. Es ist
schon so lange her, kann es wirklich sein...........ist es wirklich.......“
Langsam fuhr sie mit der Hand in ihr Haar und zog die Blumen heraus. Ein Funkeln
schlug aus seinen Augen, „Gib sie mir - Menschenkind. Bitte gib sie mir, nur
eine, lass mich sehen. Ich bitte dich - Menschenkind.“ Ein Lächeln schlich über
ihr Gesicht. Eilig mache sie eine Schritte auf ihn zu, so schnell das er nicht
mehr ausweichen konnte. Sie zog seinen Arm an sich heran, öffnete seine Hand
und lege die Blumen hinein. „Du gibst mir......alle - Menschenkind?“, blickt
erstaunt in seine Hand. „Ich schenke sie dir.“ Ein Lächeln eilt über sein
Gesicht und eine Träne kullert über seine Wangen, „Ich danke dir -
Menschenkind! Tausend Dank! Sag mir, wie ich dir meine Dankbarkeit zeigen kann -
Menschenkind.“ sie blickt ihn an und flüstert zögert „Schenk mir dein
Vertrauen fremdes Wesen, lass mich dich aus dem Eis holen. Verlasse deinen
Winter!“ kleine Flammen zucken in seinen Augen, „.........aber“, „
ssssssch!“ sprach es aus ihrem Mund und sanft legte sie ihren Finger auf seine
Lippen, „Vertrau mir fremdes Wesen! Lass mir dir zeigen das nicht alle
Menschenkinder schlecht sind.“. Sie lächelte und sang langsam in seine Arme.
Er begrub beide behutsam unter seinen Schwingen und fühlte diese Wärme, diese
unbeschreibliche Wärme. Dann schliefen sie ein, einen tiefen und ruhigen
Schlaf...
Als
er erwachte fühlte er keine Schmerzen mehr. Er fühlte sich warm und leicht.
Seine Wunden waren verheilt und seine Schwingen so kräftig und schimmert wie
zuvor und seine Augen leuchteten in einem wunderschönen Blau. „Wach auf -
Menschenkind, es wird Zeit dem Winter Lebe wohl zu sagen.“ Sie lächelte und
legte sich in seine Arme und Zusammen flogen sie aus der Tiefe heraus. Immer höher.
Und dann berührten die Warmen Sonnenstrahlen seine Haut. Er erblickte die
Blumen und das Meer aus grünem Gras unter sich. Die erhabenen Hügeln und das
fruchtbare Tal. „Oh wie Danke ich dir - Menschenkind! Ich danke dir das mir
das alles wiedergegeben hast!“, „Und ich Danke dir fremdes Wesen. Ich danke
dir für dein Vertrauen! Und ich danke dir, dass du mir gezeigt hast, wie
wichtig dies alles ist!“ Und so lächelten sie sich an und flogen dem
Sonnenuntergang entgegen und mit der Hoffung das ein jeder lernt und versteht
wie wichtig Toleranz und Vertrauen sind.
Das
Leuchten in den Augen kann man verlieren und das Eis das die Seele erfrieren lässt
kommt schnell. Wenn man nichts tut, bleibt es um einen und in einem immer
Winter.
Hab
Vertrauen und finde einen neuen Frühling!